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7 Mythen rund um mobile NFC


​​​​​​​​​​​​7 Mythen rund um mobile NFC

Mythos 1: Verbraucher sind nicht bereit, mit Ihrem Mobiltelefon zu bezahlen

Es ist Paradox beim mobilen Bezahlen mit NFC. Auf der einen Seite zeigen Marktumfragen deutlich, dass Verbraucher nur ungern mit Ihrem Mobiltelefon bezahlen. Der Hauptgrund dafür ist die vorherrschende Meinung, dass es zu unsicher sei. Zudem besteht auch Besorgnis darüber was passiert, wenn ein Handy verloren geht oder gestohlen wird. Auf der anderen Seite sind Verbraucher die NFC-Zahlungen getestet haben, davon begeistert. Gemalto ist mit Partnern an vielen kommerziellen NFC-Anwendungen auf der ganzen Welt beteiligt, die bei Endkunden Zufriedenheitsquoten von 90 Prozent erreichen. Dieser hohe Wert wird auch deshalb erreicht, weil mobile Geldbörsen zusätzliche Vorteile wie die Integration von Kundenbindungsprogrammen, Transaktionsübersichten, oder auch Auflademöglichkeiten von Prepaidkonten bieten. Die größte Herausforderung für Kreditinstitute besteht daher darin, die Verbraucher von der Sicherheit dieser Bezahlmethode zu überzeugen.

Mythos 2: Mobiles Bezahlen über NFC ist nicht wirklich sicher

Mobiles Bezahlen über NFC und Secure Elements (wie Eingebettete Secure Elements und SIMs) ist genauso sicher, wie die Bezahlung mit einer herkömmlichen Bankkarte mit Chip. Eine mobile NFC-Bezahlung verwendet die gleichen logischen und physikalischen Sicherheitsmechanismen, die auch bei kontaktlosen Karten eingesetzt werden. Zudem kommen ergänzende Sicherheitsmechanismen zur nachträglichen Freischaltung der Bezahlfunktion zum Einsatz , die durch die anerkannten Zahlungsnetzwerke unterstützt werden.

Mobile Zahlungsanwendungen benötigen eine Zertifizierung durch Visa und MasterCard. Die Zahlungsanwendungen oder ein entsprechender Token werden in das Secure Element heruntergeladen und installiert. Die Installation, Sicherung und Personalisierung der Zahlungsanwendung im „sicheren Element" erfolgt auf Basis des Global Platform Standards durch  einen Trusted Service Manager (TSM).  Der Lebenszyklus der Zahlungsanwendungen/virtuellen Karten wird von einer Plattform remote verwaltet, die in sicheren Datenzentren gehostet wird und voll zertifiziert ist.

Die wichtigsten Sicherheitsfunktionen von mobile NFC:

  1. Die Secure Elements, die vertrauliche Daten und Apps speichern, werden von den Finanzaufsichtsbehörden zertifiziert und sind genauso sicher wie Chip-und-PIN.
  2. Verbraucher können Transaktionen durch die Eingabe einer PIN in der Bezahlanwendung authentifizieren. Um die vollständige Kontrolle zu behalten kann diese PIN Eingabe auch bei jeder einzelnen Transaktion, also auch bei sehr kleinen Beträgen, abgefragt werden.
  3. Die Remote-Management-Plattformen können umgehend jede Anwendung sperren – so wie auch Bankkarten sofort gesperrt werden können.
  4. Es gibt auch mobile Geldbörsen, die von Zahlungsinstituten entwickelt werden ohne Secure Elements zu nutzen (Host Card Emulation ‒ HCE). Diese mobilen Zahlungssysteme nutzen einmalige Zahlungstokens in Kombination mit Software-Sicherheitsebenen, um die Transaktionen zu schützen.

Mythos 3: Wenn mein Handy verloren geht oder gestohlen wird, ist es ein Alptraum alle Konten zu kündigen und zu sperren!

Das stimmt nicht. Es ist ein sehr einfacher Prozess, der in der Regel vom Herausgeber der mobilen Geldbörse wie folgt gehandhabt wird: Falls Ihr Handy durch eine PIN geschützt wird, kann es von niemandem genutzt werden. Sie können jedoch jederzeit den Herausgeber Ihrer mobilen Geldbörse kontaktieren, und ihn bitten alle Anwendungen zu sperren. Zudem beruht mobile Bezahlung in einem Großteil der Fälle auf Tokenisierung, dank derer die verbundene Zahlungskarte niemals in Gefahr gerät. 

Mythos 4: NFC ist noch nicht völlig ausgereift

​​Das NFC-Ökosystem befindet sich in ständigem Wachstum und immer mehr Smartphones verfügen über NFC-Funktionen. Laut eines GSMA-Berichts aus dem Jahr 2015 wurden alleine im Jahr 2014 43 neue mobile NFC Dienste eingeführt. Somit gibt es mittlerweile über 300 aktuelle  kommerzielle Angebote sowie Pilotangebote.

Juniper Research gab zudem bekannt, dass die Akzeptanz mobiler NFC-Geräte laufend steigt. Laut eines Berichts ‚Mobile & Online Ticketing Deep Dive Strategy & Competition 2016‒2020' vom April 2016 wird geschätzt, dass die Gesamtzahl der NFC-fähigen Mobilgeräte weltweit von 740 Millionen per Ende 2015 auf 3,9 Milliarden bis zum Jahr 2020 ansteigen wird.

Anwendungen wie Mobile Ticketsysteme sind in vielen Bereichen im Aufschwung, von traditionellen Transportmethoden wie Bus und Bahn, über Flugreisen bis hin zum Einsatz bei Veranstaltungen und finden zusätzlich durch den vermehrten Einsatz tragbarer Technologien (den sogenannten Wearables), immer weitere Verbreitung.

Mythos 5: Wenn ich ein NFC-Handy hätte, könnte ich es nirgendwo benutzen

Laut des gleichen Berichts von Juniper Research steigt auch die Verbreitung von POS-Terminals kontinuierlich an. Weltweit waren Ende 2015 etwa 68,5 Millionen POS-Terminals im Einsatz, 8,1 % mehr als im Vorjahr. Die Migration wird von internationalen Bezahlsystemen wie Visa und MasterCard sowie innerstaatlichen Systemen wie UnionPay in China unterstützt. Zudem sind auch OEM-Anbieter wie Apple und Samsung mit Apple Pay und Samsu​ng Pay in die Welt der NFC-Zahlungen eingestiegen. Dies beschleunigt weiter die Verfügbarkeit und Bekanntheit dieser Dienste.

Nicht zuletzt gibt es in vielen Großstädten bereits eine NFC-Infrastruktur im öffentlichen Nahverkehr für kontaktlose Fahrkarten, die auch für mobile Anwendungen genutzt werden kann. Gerade in Großstädten ist die mobile NFC-Technologie bereits weit verbreitet, so werden zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr in London mobile Zahlungen akzeptiert, bei denen das mobile Ticket in die kontaktlose Bankkarte integriert wird. In Spanien werden mobile NFC-Transportdienste in 18 Städten eingeführt und in vielen weiteren Teilen der Welt werden mehr und mehr mobile NFC-Dienste eingeführt wie z. B. in Asien. ​

Mythos 6: In 10 Jahren wird die mobile Geldbörse Bargeld und kontaktlose Karten komplett ersetzen

Man kann natürlich nur schwer voraussagen, wie der Markt in 10 Jahren genau aussehen wird, aber es scheint sicher, dass NFC-Mobiltelefone und kontaktlose Karten koexistieren werden. Mobiles Bezahlen ist für Transaktionen mit geringen Beträgen gedacht und wird als Ersatz für Bargeld gesehen, das immer noch 80 Prozent der Transaktionen ausmacht. Immer mehr Akteure betreten die Bühne der mobilen Bezahlapps, von Angeboten der Mobilfunknetzbetreiber wie zB der Vodafone Mobile Wallet bis hin zu OEM-Zahlungssystemen wie Apple Pay und Samsung Pay. Der Trend zeigt generell eine deutliche Zunahme mobiler Zahlungssysteme und sowohl kontaktlose als auch mobile Zahlungsmethoden werden in den kommenden Jahren wachsen und dabei traditionelle Zahlungswege ersetzen​.

Mythos 7: Mobile NFC: Ich habe davon gehört, aber ich glaube nicht, dass es das wirklich gibt

NFC wird bereits in etwa 70 Ländern auf der ganzen Welt einschließlich Frankreich, Spanien, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Russland, Kanada, Japan, Südkorea, China, Singapur und Neuseeland eingesetzt. Zudem wurden schon umfangreiche Transportinitiativen in Großstädten in ganz Asien und Europa eingeführt.​​